Herr Grübel, welche Rolle spielen Ziel- und Leistungsvereinbarungen (ZLV) heute für die Steuerung und Unterstützung selbstverantworteter Schulen in Hamburg?
Stefan Grübel: Die Ziel- und Leistungsvereinbarungen sind seit ungefähr 20 Jahren das zentrale Steuerungsinstrument für die Zusammenarbeit zwischen Schulaufsicht und den selbstverantworteten Schulen. Mit der Einführung dieses Modells der selbstverantworteten Schule wurde im Schulgesetz verankert, dass die Steuerung der Schulen über Ziel- und Leistungsvereinbarungen durch die Schulaufsicht zu erfolgen hat. Daran hat sich bis heute nichts geändert, wenngleich die Art und Weise, wie damit umgegangen wird, natürlich im Laufe dieser 20 Jahre eine Entwicklung genommen hat, auf die wir im weiteren Verlauf des Gesprächs noch eingehen werden.
Was hat sich gegenüber früher verändert?
Stefan Grübel: Am Anfang, als sich sowohl Schulen als auch Schulaufsicht auf dieses neue Modell erst einmal einlassen mussten, war natürlich eine gewisse Unsicherheit damit verbunden. Was versteht man genau unter einer Ziel- und Leistungsvereinbarung? Welche inhaltlichen Bereiche möchte man damit abdecken? Wie viele ZLV sind sinnvoll? Man kann sagen, dass sich in den letzten Jahren innerhalb der Schulaufsicht in Hamburg ein Konsens herausgebildet hat, der besagt, dass der Schwerpunkt von Ziel- und Leistungsvereinbarungen auf dem Bereich der Unterrichtsentwicklung liegen sollte und es ausreichend ist, wenn wir uns im Bereich von bis zu drei ZLV befinden. Wenn es eine sehr gehaltvolle Ziel- und Leistungsvereinbarung ist, dann kann in Einzelfällen auch eine einzelne ZLV tatsächlich ausreichend sein.
Wenn die ZLV diesen großen Schwerpunkt Unterrichtsentwicklung hat und da vielleicht unterschiedliche Bereiche abdeckt, dann ist eine Schule voll und ganz damit ausgelastet. Nichtsdestotrotz beschäftigen Schulen auch noch andere Schulentwicklungsthemen. Der Unterschied besteht im Wesentlichen darin, dass wir als Schulaufsicht bei Ziel- und Leistungsvereinbarungen bis zu zweimal im Jahr den Schulen ein bisschen auf die Pelle rücken und eben nachfragen: Wie läuft denn der Prozess? Kommt ihr voran? Haltet ihr euch an euren Plan, den ihr selbst gemacht habt und der mit der Schulaufsicht besprochen und verabredet wurde? Gab es gegebenenfalls Verzögerungen? Wenn ja, warum? Das ist das, was die Zusammenarbeit zu Ziel- und Leistungsvereinbarungen im Moment ausmacht.












