Wie entsteht und arbeitet ein Innovationsnetzwerk für Schulentwicklung und wie sichern die Akteur:innen nachhaltige Effekte an der einzelnen Schule? Der Film „Gut vernetzt in die Zukunft – Innovationsnetzwerke für schulische Entwicklung“ zeigt am Beispiel des Netzwerks „DT44 digital“ des Detmolder Regierungsbezirks in Nordrhein-Westfalen, wie schulische Innovationsnetzwerke zur Weiterentwicklung von Schulen funktionieren können.
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Mehr InformationenInitiiert und etabliert haben das Netzwerk Detmold von 2021 bis 2024 verschiedene Schulen, regionale Fachstellen und Schulaufsicht im Programm „LiGa – Lernen im Ganztag“, um gemeinsam Schulentwicklungsprozesse zu gestalten. Dabei besteht DT44 digital aus verschiedenen Netzwerken, die jeweils einzeln sowie miteinander arbeiten. Eine Steuergruppe sorgt für Koordination und Kontinuität.

Die Steuergruppe entwickelt bedarfsorientierte Angebote, entwirft didaktische Materialien und organisiert netzwerkübergreifende Veranstaltungen.

Ziel ist es, Schulen zu vernetzen, um Erfahrungen zu teilen und innovative Ansätze in der digitalen und ganztägigen Bildung systematisch zu erproben und nachhaltig zukunftsorientierte Bildung in der Region zu implementieren. Thematische Säulen sind Entwicklung, Vernetzung und Transfer.
In einem Netzwerk kommen ganz verschiedene Akteur:innen aus unterschiedlichen Institutionen mit unterschiedlichen Arbeitsweisen und Haltungen zusammen. „Da ist es total wichtig, dass man regelmäßig in einen wirklich guten und offenen Austausch geht und agil und flexibel bleibt“, betont Angela Brabender, stellvertretende Schulleiterin der Gesamtschule Bad Driburg.
Im Zentrum des Netzwerks stehen die Themen digitale Lernformen, Schulentwicklung und kollegiales Lernen. Schulen sollen nicht isoliert arbeiten, sondern ihre Praxis gemeinsam reflektieren und weiterentwickeln. Dazu dienen regelmäßige Treffen, fachliche Inputs von Expert:innen wie der Qualitäts- und UnterstützungsAgentur – Landesinstitut für Schule (QUA‑LiS NRW) und gemeinsame Entwicklungsprozesse, in denen Methoden, Erfahrungen und Unterrichtsansätze ausgetauscht werden. Das Netzwerk fungiert damit als Raum für kooperative Problemlösungen, gegenseitige Beratung und praxisnahe Innovation.
Die Arbeitsweise des Netzwerks ist prozessorientiert und partizipativ: Schulen, Schulaufsicht und Fachstellen gestalten die Netzwerkarbeit gemeinsam, planen Entwicklungsprozesse, erproben neue Konzepte und reflektieren ihre Umsetzung. Das alles findet schulformübergreifend statt, damit beispielsweise an die in der Grundschule erworbenen Kompetenzen nahtlos angeknüpft werden kann.
Für eine produktive Netzwerkarbeit helfen die vier Faktoren kritisches Denken, Kollaboration, Kommunikation und Kreativität. Zudem lässt sich klassische Projektarbeit mit langfristigen Entwicklungszielen gut mit agilen Methoden wie zum Beispiel Design Thinking verbinden. Neue Ansätze lassen sich so iterativ reflektieren und weiterentwickeln.
„Aus der Perspektive der Schulaufsicht liegt der Mehrwert definitiv im Übergang zwischen der Grundschule und der weiterführenden Schule, weil die weiterführende Schule auf der guten Basis der Grundschule aufbauen und weiterarbeiten kann“, sagt Maria Komm, Schulrätin für Grundschulen im Kreis Höxter.
Dieser Fokus auf eine gute Gestaltung der Schulübergänge führt zudem zu einer Stärkung der Zusammenarbeit und des Zusammenhalts aller Schulen am Ort.
„Zusammenarbeit muss von allen Beteiligten als ein Gewinn erlebt werden. Sie muss insbesondere auch zur Weiterentwicklung jedes einzelnen Systems im Netzwerk beitragen, damit auch ein Gewinn für insbesondere die Kinder generiert werden kann.“
Christian Greiner
Schulleiter der Grundschule Dringenberg
Neben der visionären Arbeit für und mit den Schulen entstehen auch Angebote und Produkte zur Nutzung im Schulalltag, etwa „Schülf“: Schulübergreifende Lehrkräftefortbildungen finden mit Kollegien aus mindestens zwei Schulen statt, die thematisch ähnlich arbeiten und synergetisch sowie ressourcensparend ihre Entwicklungsvorhaben voranbringen möchten.

Netzwerkarbeit entfaltet mehrere Wirkungen: Schulen lernen voneinander, neue Ideen entstehen, und die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Schulaufsicht wird gestärkt. Gemeinsame Reflexionen und kollegiale Unterstützung bewirken nachhaltige Veränderungen in der Schulentwicklung. Das Netzwerk fördert Vertrauen, Verantwortungsübernahme und die Fähigkeit, lokale Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen. Insgesamt wird deutlich, dass Innovationsnetzwerke dazu beitragen, Schule als lernende Organisation zu stärken, in der Veränderungen nicht isoliert, sondern gemeinsam gestaltet werden.
„Zusammenarbeit muss von allen Beteiligten als ein Gewinn erlebt werden. Sie muss insbesondere auch zur Weiterentwicklung jedes einzelnen Systems im Netzwerk beitragen, damit auch ein Gewinn für insbesondere die Kinder generiert werden kann.“
Meinolf Klahold
Dezernent Bezirksregierung Detmold
D44 digital macht deutlich, dass Netzwerke nicht mit dem Ende eines Förderprogramms aufhören, sondern von den beteiligten Schulen selbst weitergeführt werden. Auf diese Weise bleibt die Vernetzung langfristig wirksam und ermöglicht kontinuierliches Lernen auf Systemebene.
Der Film „Gut vernetzt in die Zukunft – Innovationsnetzwerke für schulische Entwicklung“ wurde am 9. Dezember 2025 im Programm „LiGa – Lernen im Ganztag“ veröffentlicht.
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