Aus der Praxis

Veröffentlicht am: 09.02.2026

Lesezeit: 6 Minuten

Schulaufsicht durch Kooperation stärken

Hamburg und Schleswig-Holstein richten ihre Schulaufsicht neu aus und arbeiten dafür länderübergreifend zusammen. Ziel der Kooperation ist es, die Steuerungs- und Beratungsfunktion der Schulaufsicht zu stärken und sie strategisch auf künftige Anforderungen auszurichten. Schulen sollen damit gezielter in ihrer Qualitätsentwicklung unterstützt und die Schulaufsicht als zentrale Führungsebene im Bildungssystem weiterentwickelt werden.

Gruppenbild der Unterzeichnenden der Kooperation zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein
Philine Hamann/BSFB

Nachdem die BMK im Oktober 2025 das Zielbild zur Rolle und Arbeit der Schulaufsicht veröffentlicht hat, liegt die Umsetzung der Empfehlungen nun bei den Ländern. Hamburg und Schleswig-Holstein haben jetzt kooperierende Maßnahmen beschlossen, mit denen die Schulaufsichten gezielt auf die Anforderungen einer datengestützten und strategisch ausgerichteten Schulentwicklung vorbereitet und länderübergreifend gestärkt werden sollen.

Stiftungen unterstützen systematisches Qualifizierungsprogramm

Bei ihrem Kooperationsvorhaben arbeiten die beiden Bundesländer mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS), der Robert Bosch Stiftung und der Wübben Stiftung Bildung zusammen. Gemeinsam soll ein systematisches Qualifizierungsprogramm für neue Mitarbeitende in der Schulaufsicht entwickelt werden. Das Programm orientiert sich an den neuen Empfehlungen der Bildungsministerkonferenz und soll länderübergreifende Lern- und Austauschräume schaffen.

„Diese Initiative zeigt, wie die Kooperation zwischen Bundesländern die Grundlage für nachhaltige Entwicklung schafft.“

Bernhard Straub
Geschäftsführer der Robert Bosch Stiftung

Bernhard Straub, Geschäftsführer der Robert Bosch Stiftung, erklärt: „Diese Initiative zeigt, wie die Kooperation zwischen Bundesländern die Grundlage für nachhaltige Entwicklung schafft. Große Aufgaben verlangen gemeinsame Anstrengungen – und als Stiftungen bringen wir uns gerne in diese Bewegung ein. Mit unserer Expertise unterstützen wir Hamburg und Schleswig-Holstein dabei, die Schulaufsicht strategisch neu auszurichten und damit die Schulen zu stärken.“

„Für gute Bildungsqualität an unseren Schulen braucht es Veränderungen im Bildungssystem – getragen von den Schulen selbst, aber auch von den Steuerungsebenen.“

Anne Rolvering
Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung

Anne Rolvering, Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, betont: „Für gute Bildungsqualität an unseren Schulen braucht es Veränderungen im Bildungssystem – getragen von den Schulen selbst, aber auch von den Steuerungsebenen. Deshalb begleitet die DKJS seit Jahren die Schulaufsicht mit praxisnahen Angeboten. Mit dem neuen Qualifizierungsprogramm in Schleswig-Holstein und Hamburg setzen wir gemeinsam einen starken Impuls, das KMK-Zielbild für die Schulaufsicht wirksam in die Praxis zu tragen und die qualitätsvolle Bildung junger Menschen weiter zu stärken.“

„Die Schulaufsicht kann dazu beitragen, Ungleiches ungleich zu behandeln und Ressourcen entsprechend steuern.“

Kerstin Lehner
Geschäftsführerin der Wübben Stiftung Bildung

Kerstin Lehner, Geschäftsführerin der Wübben Stiftung Bildung, verweist auf die Rolle der Schulaufsicht für mehr Bildungsgerechtigkeit: „Als Wübben Stiftung Bildung setzen wir uns dafür ein, dass alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von ihrer Herkunft gerechte Bildungschancen erhalten. Hierbei kommt der Schulaufsicht eine wichtige Rolle zu. Sie kann dazu beitragen, Ungleiches ungleich zu behandeln und Ressourcen entsprechend steuern. Deshalb freuen wir uns, in die Kooperation mit Hamburg und Schleswig-Holstein unsere Erfahrungen aus der Arbeit mit Schulen in herausfordernder Lage einzubringen.“

Schulaufsichten gezielt bei der strategisch ausgerichteten Schulentwicklung stärken

In Hamburg ist die Schulaufsicht bei der Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung angesiedelt und in Regionalbereiche gegliedert. Sie kooperiert eng mit den Regionalen Bildungs- und Beratungszentren. In Schleswig-Holstein ist sie im Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur organisiert. Dort sind Schulämter und Fachaufsichten für Beratung, Qualitätsentwicklung und die Umsetzung landesweiter Bildungsziele zuständig.

Beide Länder setzen verstärkt auf datengestützte Steuerung, Qualitätsmonitoring und eine gezielte Unterstützung der Schulleitungen bei aktuellen Herausforderungen wie Digitalisierung, Inklusion und Unterrichtsqualität.

„Die Schulaufsicht ist ein entscheidender Partner für die Weiterentwicklung unserer Schulen.“

Ksenija Bekeris
Senatorin für Schule und Berufsbildung in Hamburg (SPD)

Ksenija Bekeris (SPD), Senatorin für Schule und Berufsbildung in Hamburg, erklärt: „Die Schulaufsicht ist ein entscheidender Partner für die Weiterentwicklung unserer Schulen. Mit der Modernisierung schaffen wir die Voraussetzungen, um Schulleitungen noch gezielter beraten und unterstützen zu können – insbesondere bei der Qualitätsentwicklung, der Personalführung und im Umgang mit den vielfältigen Herausforderungen des Schulalltags.“

„Mit den Herausforderungen an Schule durch Fachkräftemangel, Heterogenität, Digitalisierung und unseren Anspruch auf mehr Chancengerechtigkeit ändert sich auch die Rolle, die die Schulaufsicht ausfüllen muss.“

Dorit Stenke
Bildungsministerin Schleswig-Holstein (CDU)

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU) verweist auf veränderte Rahmenbedingungen: „Mit den Herausforderungen an Schule durch Fachkräftemangel, Heterogenität, Digitalisierung und unseren Anspruch auf mehr Chancengerechtigkeit ändert sich auch die Rolle, die die Schulaufsicht ausfüllen muss. Deshalb stellen wir uns an dieser zentralen Stelle neu auf. Wir stärken die Schulaufsicht in ihrer unterstützenden Rolle für die Schulen.“

Künftig sollen Schulaufsichtsbesuche, Zielvereinbarungen und Beratungsgespräche stärker auf die jeweilige Situation einzelner Schulen zugeschnitten werden. Schulleitungen sollen gezielte Unterstützung bei der Qualitätsentwicklung, der Personalführung sowie im Umgang mit komplexen Herausforderungen erhalten. Dazu zählen unter anderem Unterrichtsqualität, Digitalisierung, Förderung der Basiskompetenzen, Inklusion und der Umgang mit heterogenen Lerngruppen.

Das Qualifizierungsprogramm ist langfristig angelegt. Die beiden Länder werden es regelmäßig evaluieren und transparent kommunizieren.

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