Bedarfsgerechte Unterstützung für Schulaufsicht und Schulen
Auf Landesebene erhalten Schulaufsichten und Schulen vielfältige Unterstützung, die in enger Kooperation mit verschiedenen Partner:innen umgesetzt wird. Dazu zählen andere Referate im Ministerium, das Landesinstitut, der Chancenverbund zum Startchancen-Programm, Stiftungen sowie weitere externe Anbieter:innen. Das Angebot umfasst unter anderem Fortbildungen, Prozessbegleitung, Moderations- und Diagnosewerkzeuge sowie Materialien für Unterrichts- und Schulentwicklung. Ergänzend gibt es spezifische Angebote zu Themen wie Führung, Sprachbildung, Inklusion und multiprofessioneller Zusammenarbeit sowie Coaching- und Beratungsformate. Viele dieser Maßnahmen befinden sich noch im Aufbau und werden fortlaufend angepasst und weiterentwickelt.
Die Netzwerkarbeit ist fest im Startchancen-Programm verankert und durch verbindliche Zeitfenster abgesichert, entsprechend der Bund-Länder-Vereinbarung. Zugleich wird ein landesweiter Dialog mit bestehenden Netzwerkanbietern angestrebt, um Angebote gezielt zu bewahren, zu optimieren, zu innovieren oder gegebenenfalls auch einzustellen.
Da Netzwerkarbeit für alle Beteiligten einen klaren Mehrwert bieten muss, wird auch auf Entlastungsmöglichkeiten geachtet. Über die zweite Säule des Programms besteht etwa die Möglichkeit, Schulleitungen durch Assistenzstrukturen zu unterstützen und so zeitliche Freiräume („Systemzeit“) zu schaffen. Dies ist ausdrücklich gewünscht, da zusätzliche Aufgaben auch mit entsprechenden zeitlichen Ressourcen hinterlegt sein sollen. „Die zeitliche Belastung der Schulleitungen ist eine reale Grenze“, bestätigt Nicole Völschow. „Das wurde offen angesprochen und durch Reduktion des Gesamtzeitaufwands adressiert.“
Die Wübben Stiftung Bildung unterstützt im Rahmen des Startchancen-Programms die Weiterentwicklung von Strukturen in den Ländern, darunter auch in Schleswig-Holstein. Dabei bringt sie Erfahrungen aus vergleichbaren Programmen ein, begleitet konzeptionell und fördert die Reflexion der Zusammenarbeit zwischen Schulaufsicht, Schulen und weiteren Akteur:innen.
Wirkungsmessung für die weitere Entwicklungsarbeit
Die Wirkung der „Heimathäfen“ wird kontinuierlich reflektiert. Regelmäßig eingeholtes Feedback nach den Treffen werten Referatsleitung, Moderator:innen und Vertretende der begleitenden Wübben Stiftung Bildung gemeinsam aus. Dabei werden drei Ebenen in den Blick genommen:
- die Prozessqualität (z. Regelmäßigkeit, Verbindlichkeit und Beteiligung),
- die Professionalisierung der Leitungsteams sowie
- die Wirkung auf Schulebene, etwa in Form verbesserter Diagnostik, klarerer Entwicklungsprozesse, stabilerer Teamstrukturen und langfristig besserer Lernbedingungen.
Auch wenn diese Rückmeldungen nicht wissenschaftlichen Standards entsprechen und Wirkung sich oft erst mit zeitlichem Abstand zeigt, bleibt die Erwartung an nachhaltige Verbesserungen bestehen.
In den nächsten Jahren sieht Helge Daugs das Entwicklungspotential in einer zunehmenden Professionalisierung der schulischen Führungsteams, verbunden mit einer stärkeren Abstimmung zwischen Bildungsministerium, Schulaufsicht und IQSH. Zudem ist zu erwarten, dass Schulen ein höheres Maß an Selbstwirksamkeit in ihrer Entwicklungsarbeit erleben. Die „Heimathäfen“ könnten sich dabei zu zentralen Entwicklungsplattformen weiterentwickeln und so lange Bestand haben, bis sich umfassendere Kooperationsformen wie „Schulfamilien“ etablieren.