Schleswig-Holstein stellt seinen Schulen ab sofort ein neues digitales Dashboard zur Verfügung. Die Plattform bündelt relevante Schuldaten an einem Ort und soll Schulen dabei unterstützen, ihre Entwicklung systematisch zu analysieren und fundierte Entscheidungen für Unterricht und Schulentwicklung zu treffen. Damit löst das Dashboard die bisherigen jährlichen PDF-Datenblätter ab und ermöglicht erstmals einen deutlich flexibleren und umfassenderen Umgang mit relevanten Schuldaten.
Das Vorhaben ist Teil der Schulentwicklungsstrategie „Schule 2035“, mit der das Land die Qualität von Schule und Unterricht langfristig verbessern möchte. Das Dashboard soll dabei helfen, Entwicklungen sichtbar zu machen, Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und gezielte Maßnahmen abzuleiten.
Mehr Transparenz für die Schulentwicklung
Die neue Plattform stellt Schulen eine Vielzahl von Kennzahlen zur Verfügung, die bislang nur eingeschränkt oder zeitverzögert zugänglich waren. Dazu gehören unter anderem statistische Schuldaten, Ergebnisse aus Vergleichsarbeiten, Informationen zu Lernständen, Daten zu zentralen Abschlüssen, Ganztagsangeboten sowie weitere Indikatoren, die für die Qualitätsentwicklung von Schulen relevant sind.
Ein wesentlicher Vorteil des Dashboards liegt darin, dass Entwicklungen über mehrere Jahre hinweg betrachtet und ausgewertet werden können. Schulen erhalten dadurch eine bessere Grundlage, um eigene Stärken und Herausforderungen einzuordnen und ihre Arbeit evidenzbasiert weiterzuentwickeln.
Umfassender Blick auf Bildungsqualität
Das Dashboard bündelt Daten aus unterschiedlichen Bereichen schulischer Arbeit: die Rahmenbedingungen einer Schule, die Leistungs- und Kompetenzentwicklung der Schüler:innen, Aspekte der Chancengerechtigkeit sowie Informationen zum Wohlbefinden und zur Persönlichkeitsentwicklung. Auch Kennzahlen wie Unterrichtsausfall, Sozialindex, Schwimmfähigkeit oder Präventions- und Interventionskonzepte können berücksichtigt werden.
Mit dieser breiten Datengrundlage soll Schulentwicklung nicht allein auf Leistungsergebnisse reduziert werden. Vielmehr verfolgt das Land einen umfassenden Blick auf Bildungsqualität, der sowohl Lernerfolge als auch soziale und individuelle Entwicklungen einbezieht.
Daten als Grundlage für den pädagogischen Dialog
Das Dashboard markiert mehr als die Einführung eines neuen digitalen Werkzeugs. Es steht für den Versuch, eine dateninformierte Schul- und Unterrichtsentwicklung stärker in den Alltag der Schulen zu integrieren. Der Anspruch besteht darin, aus vorhandenen Informationen konkrete Verbesserungen für das Lernen von Schüler:innen abzuleiten und damit die Ziele von „Schule 2035“ wirksam zu unterstützen.
Für den Aufbau einer wirksamen Datenkultur in Schulen und Bildungsverwaltung sind neben der technischen Infrastruktur auch pädagogische Kompetenzen erforderlich, um Daten sachgerecht auszuwerten und einzuordnen. Zur Stärkung der Datenkompetenz werden zukünftig Fortbildungen, Beratungsformate und weitere Unterstützungsmaßnahmen über das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) angeboten.
In den kommenden Wochen werden regionale Informations- und Dialogforen stattfinden, in denen Schulen das Instrument kennenlernen und Möglichkeiten zur Nutzung für die eigene Schulentwicklung diskutieren können.
Datenschutz und Sicherheit im Fokus
Das Dashboard enthält keine individuellen Leistungsdaten einzelner Schüler:innen, es gelten klare Vorgaben für Datenschutz und Datensicherheit. Ziel ist es, Schulen aussagekräftige Informationen für ihre Entwicklungsarbeit bereitzustellen, ohne personenbezogene Daten offenzulegen.
Schleswig-Holstein als Vorreiter unter den Flächenländern
Von der neuen Plattform profitieren künftig mehr als 760 Schulen im Land. Die strategische Entwicklung des Dashboards hat die Bertelsmann Stiftung unterstützt und dabei Akteure aller Ebenen des Schulsystems einbezogen. Vergleichbare Systeme existieren bereits in den Stadtstaaten Hamburg und Bremen. Schleswig-Holstein zählt damit zu den ersten deutschen Flächenländern, die Schulen ein solch umfassendes Instrument für datengestützte Schulentwicklung bereitstellen.












