Zielvereinbarungen sind ein Steuerungsinstrument, das auch als „Management by Objectives“ aus der Wirtschaft bekannt ist und sich gut auf schulische Entwicklungsprozesse übertragen lässt. Viele Schulleitungen und Mitarbeitende der Schulaufsicht arbeiten mit diesem Werkzeug und schließen regelmäßig Zielvereinbarungen über die kontinuierliche Qualitätssicherung und -entwicklung der jeweiligen Schulen ab.
Sie sind deshalb so wichtig, weil Ziele die Voraussetzung planvoller Qualitätsentwicklung darstellen. Nur mit klar definierten Zielen können Maßnahmen geplant und umgesetzt werden.
Zielvereinbarungen ermöglichen Orientierung, Motivation und Erfolgskontrolle
Im schulischen Entwicklungsprozess sind Zielvereinbarungen auf mehreren Ebenen von Bedeutung. Zum einen schaffen Ziele Orientierung und Handlungssicherheit. Die Vereinbarung von wenigen, konkreten Zielen entlastet die Schule. Die oftmals vielfältigen Vorhaben, Teilziele und Projekte der Schule werden miteinander in Beziehung gesetzt, gebündelt und priorisiert. Vorhandene Ressourcen können so gezielter eingesetzt werden. Deshalb ist es ratsam, sich abhängig von den Ressourcen auf drei bis vier Ziele zu beschränken.
Werden bei der Zielfindung alle Beteiligten einbezogen, wirkt sich das zudem positiv auf deren Motivation, Identifikation und Leistungsbereitschaft aus. Dazu gehören das Kollegium, das Betreuungspersonal, Vertreter:innen der Schülerschaft und der Eltern, das technische und Verwaltungspersonal sowie Schulträger.
Darüber hinaus lässt sich nur mithilfe von Zielen und Indikatoren überprüfen und bewerten, ob ein Ziel erreicht wurde. Eine solche Erfolgskontrolle bietet einerseits Bestätigung für die geleistete Arbeit und zeigt andererseits weitere Entwicklungspotenziale auf. Damit bildet sie wiederum den Ausgangspunkt für neue Entwicklungsvorhaben.
Integration von Zielvereinbarungen in schulische Qualitätsentwicklung
Zielvereinbarungen sind der erste Schritt eines umfangreichen Qualitätsmanagement-Kreislaufs zur Qualitätssicherung und -entwicklung. Die Einführung des Instruments der Zielvereinbarung in den Prozess schulischer Qualitätsentwicklung baut auf der Erkenntnis auf, dass Schulentwicklung am besten gelingt, wenn die einzelne Schule selbst als Motor dafür gesehen wird. Dieser Motor läuft besser, je mehr Mitglieder der Schulgemeinschaft an diesem Prozess beteiligt sind. Die Vereinbarung von Zielen mit der Schulaufsicht ist deshalb keine alleinige Aufgabe der Schulleitung, auch wenn sie den Prozess letztendlich verantwortet.
Der Prozess der Zielvereinbarung
Auch der Prozess der Zielvereinbarung ist als Kreislauf angelegt. Ausgangspunkt eines jeden Qualitätsentwicklungsprozesses bildet dabei eine Bestandsaufnahme der aktuellen Qualität der jeweiligen Schule. Im Kontext der Schulentwicklung ist dies eine interne oder externe Evaluation. Aus den Ergebnissen dieser Evaluation ergibt sich ein datenbasierter Handlungsbedarf für die Qualitätsentwicklung an der Schule. Diese Erkenntnis sagt allerdings noch nichts darüber aus, in welche Richtung die jeweilige Schule sich entwickeln soll.













